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Das amerikanische Bildungssystem ist ganz anderes als das unsere

Das amerikanische Bildungssystem ist weit von dem unsrigen entfernt. Zuerst einmal ist es im Staat nicht einheitlich geregelt. Vielmehr ist jeder Bundesstaat selbst für sein Bildungssystem verantwortlich und legt seine eigenen Regeln fest. Durch das Vorhandensein von staatlichen und privaten Bildungseinrichtungen bietet das amerikanische Bildungssystem allerdings vielfältige Möglichkeiten.

Schulpflicht

Selbst die Schulpflicht ist nicht in allen Bundesstaaten gegeben. Zwölf Staaten haben eine Schulpflicht vom vollendeten sechsten bis zum vollendeten achtzehnten Lebensjahr eingeführt. Zudem ist der Hausunterricht zugelassen und das Unschooling, ein Bildungssystem, bei welchem das Kind die Regeln des Lernens vorgibt. Im Gegensatz zum deutschen Schulsystem werden die Kinder in den USA nicht auf verschiedene Schulen aufgeteilt. Alle Kinder einer Altersstufe besuchen die gleiche Klasse. Trotzdem kommen die Förderung von Hochbegabten und die Betreuung von behinderten Kindern nicht zu kurz. Sie werden innerhalb der Klasse von Fachkräften betreut bzw. erhalten die Möglichkeit, an weiterführenden Bildungsmaßnahmen teilzunehmen. Auch Leseförderung, Sprachförderung und Sprachtherapie werden auf Kosten des Staates angenommen, wenn das dafür vorgesehene Budget ausreicht. Hochbegabte Kinder können außerdem Klassenstufen überspringen.

Lernklima

Einen geordneten Klassenverband sieht das amerikanische Bildungssystem nicht vor. Mit Schuleintritt werden die Klassen jedes Jahr neu zusammengestellt. Die Spezialisierung der Klassenlehrer beschränkt sich ebenfalls auf ein Schuljahr, so dass neben den Kindern in den Klassen auch jedes Jahr die Lehrer wechseln. Das amerikanische Bildungssystem sieht vor, allen Kindern gleiche Chancen einzuräumen. Auf ein gutes Lernklima wird von der Grundschule an großer Wert gelegt. Die Schulen der USA sind Ganztagsschulen. Für alle Kinder beginnt und endet der Unterricht zur gleichen Zeit.
An die Grundschule (Elementary School) schließt sich die Middle School an, der wiederum die High School folgt. An der High School wird den Schülern ein Kurssystem angeboten, welches dem Kurssystem an deutschen Gymnasien ähnelt.

Private und öffentliche Schulen

An den öffentlichen Schulen in den USA besteht kein Zwang zum Tragen einer Schuluniform, jedoch gibt es eine Kleiderordnung. Die privaten Schulen haben stellenweise Schuluniformen eingeführt. Das amerikanische Bildungssystem ist in Bezug auf die Förderung der Kinder dem deutschen weit überlegen. Bereits mit 5 Jahren werden die Kinder eingeschult. Das erste Jahr ist ein Pflichtprogramm, welches die Kinder den Einstieg in die eigentliche Schule erleichtert. Schulbildung ist für die Kinder des amerikanischen Bildungssystems in dem Alter keine neue Erfahrung. Ein Großteil der Kinder ist bereits vorher in privaten oder öffentlichen Schul- oder Betreuungsprogrammen untergebracht. Die Regelungen der Elementary School sind nicht einheitlich. Der Besuch der Elementary School kann vom Kindergarten bis zur achten Klasse reichen. Geht die Elementary School bis zur achten Klasse, so wird in den betreffenden Schulbezirken in der Regel auf die Middle School und die High School verzichtet.

Pausen

Der Unterricht an den Schulen wird durch das amerikanische Bildungssystem sehr anspruchsvoll gestaltet. Selbst die Kinder der ersten Klassen haben sechs Stunden Schule am Tag. Es gibt in der Regel nur eine Pause zum Einnehmen der Mittagsmahlzeit, an einigen wenigen Schulen sind zwei Pausen vorgesehen. Ein Schultag geht mindestens bis 15 Uhr. Das schließt selbst die unteren Klassen mit ein. Auf die Erteilung von Hausaufgaben hat dies keinen Einfluss. Sie werden trotzdem aufgegeben. An die Schulzeit schließt sich der Besuch von Hochschulen in Form von Universitäten und Colleges an.

Foto: Dr. Lars Holzäpfel – Fotolia

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